Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

Johann Wolfgang von Goethe

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

 
 

«Die Zukunft sollte man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen.»

Antoine de Saint-Exupéry

«Die Zukunft sollte man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen.»

 
 
 

Friedrich von Schiller

"Der Mensch ist noch sehr wenig, wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat, aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben, wenn sich die bessre Natur in ihm regen soll."

Friedrich von Schiller

 
 
 

«Man muss sich der Idee erlebend gegenüberstellen können, sonst gerät man unter ihre Knechtschaft.» Rudolf Steiner

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Professor


Vom Wintersemester 2003/04 bis zum Sommersemester 2010 leitete Götz W. Werner das Interfakultative Institut für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe.

Den Lehrstuhl h. c. übernahm er von Reinhold Würth, dem «Schraubenkönig», Chef der Würth Gruppe mit damals 60 Tausend Mitarbeitern weltweit.

Prof. Werners Vorlesungen immer Mittwochs im großen Redtenbacher Hörsaal waren gut besucht. Und hatten eine sehr eigene Note im eher trockenen Unibetrieb. Sie waren persönlich, sie ließen zwischen Entrepreneurship, Unternehmertum im ganzen Sinne, und Leben keinen Spalt. Es war Lebenskunde.

Die Vorlesungen waren je über drei Semester aufgebaut in: «Unternimm Dich selbst», «Unternimm für andere», «Unternimm die Zukunft».

Eine kurze Kostprobe aus einer Vorlesung:

Professor Werner: «... Also, da gibt es den Französischen Dichter Antoine de Saint-Exupéry. Kennt den jemand? Saint-Exupéry hatte mal den berühmten Ausspruch getan: ‘Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.’ Wenn Sie die Sehnsucht nach der großen weiten Welt haben, dann wird es auch möglich sein, Schiffe zu bauen. Das ist ganz wichtig in der heutigen Zeit. Wenn man die Welt verändern will – und Sie sind ja angetreten, um die Welt zu verändern, die akademische Jugend, die hat ja die Verantwortung, dass die Welt sich ändert. Wer denn sonst? Wenn die akademische Jugend keine Veränderung will, ja, wer soll denn dann die Veränderung wollen in der Gesellschaft? Oder? Ich fordere Sie nicht auf zu einer Demonstration, sondern hier (zeigt an seine Stirn), die Vorstellungen. In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Zum Beispiel. Wie soll sich unsere Stadt verändern? Das ist soziale Kompetenz. Ziele zu verdeutlichen, Ziele klar zu machen, wo die Menschen träumen können. Martin Luther King sagt: I have a dream! Die Welt verändern. Deswegen studieren Sie. Deswegen investiert auch die Gesellschaft so viel in Sie. Weil sie sich erhofft, dass sich dadurch die Welt verändert.

Und ‘never change a winning team’ (was vorher von einem Studenten als Zwischenruf kam)  – ich kann Ihnen nur sagen: Als ich vor 35 Jahren mit dm-drogerie markt anfing, war das unglaublich erfolgreich. Wenn es nicht so gewesen wäre, hätte ich ja gar nicht weitermachen können. Aber stellen Sie sich vor, ich würde das heute noch so machen wie damals. Dann wäre eins zum Beispiel sicher: Dass Sie jetzt keine Vorlesung hätten. Zumindest keine bei mir. Der Erfolg kommt dadurch zustande, dass man ihn immer wieder neu begründet. In dem Moment, in dem man meint, man könnte die alten Erfolgsrezepte reproduzieren, geht es schon abwärts. Alles, was Sie erleben auf der Welt, wo Sie sehen, da geht es abwärts, da kommt etwas in Erosion – auch wie bei der persönlichen Beziehung, wenn Sie immer wieder die gleiche Leier anwenden – die war sehr wohl mal erfolgreich – aber dann wird Ihre Freundschaft bald zu Ende sein, dann wird das Unternehmen bald keine Rolle mehr spielen, dann werden immer weniger Kunden kommen, wird immer uninteressanter. ... Der Professor Simon sagte einmal: Nichts ist innovationsfeindlicher als der Erfolg. Man müsste sagen: Versuche immer die Kraft des Ziels zu steigern. Wie kann ich das verbessern, wie kann ich das noch steigern. Gott sei Dank sind wir Menschen ja so eingestellt. Das unterscheidet uns auch von den Tieren. Dass wir immer ein Stück Restunzufriedenheit haben. Beobachten Sie das mal an sich selbst. Sie können erleben was Sie wollen. ...

Wie werden wir sozial kompetent? Das ist hier die Frage. Lernen können Sie das immer nur in der Gemeinschaft. In dem Sie sich in die Gemeinschaft einbringen. Gemeinschaft pflegen heißt, sozialkünstlerische Veranstaltung. Wie komme ich da zu Phantasie? Dieser Spruch von Saint-Exupéry ist ein typischer Fall von Sozialkompetenz. ...

Und noch ein persönlicher Tipp: Denken Sie nie in Bindungen. Man sagt: Kundenbindungen. Das ist der völlig falsche Begriff. Absolut falscher Weg. Weil, wer lässt sich gerne binden? Viel spannender ist, Verhältnisse zu schaffen, dass der andere sich selbst verbindet. Das ist kein Wortspiel. Ein riesen Unterschied, ob Sie jemanden binden wollen, oder ob Sie ein Verhalten an den Tag legen wollen, dass der andere sagt: ich verbinde mich damit. Darum geht es nie um Bindung, sondern nur um Verbindung. Verhalten wir uns so, dass sich der andere mit uns verbindet? Das können Sie auf alle Lebensbereiche übertragen. Ist Ihre Freundin gebunden oder hat sie sich verbunden?»

Ganzer Text zu:
Wer ist Götz Werner, wie und warum?


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