Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

Johann Wolfgang von Goethe

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

 
 

«Die Zukunft sollte man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen.»

Antoine de Saint-Exupéry

«Die Zukunft sollte man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen.»

 
 
 

Friedrich von Schiller

"Der Mensch ist noch sehr wenig, wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat, aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben, wenn sich die bessre Natur in ihm regen soll."

Friedrich von Schiller

 
 
 

«Man muss sich der Idee erlebend gegenüberstellen können, sonst gerät man unter ihre Knechtschaft.» Rudolf Steiner

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Schlüsselerlebnisse


Schlüsselerlebnis, ein Beispiel: Götz W. Werner besucht eine Filiale, spricht mit der Filialleiterin, lehnt sich an die Kosmetiktheke, die gibt nach, verrutsch so, dass man mit der Hand leicht an die teuren Kosmetika kommt, die unter einer Glasscheibe geschützt waren. «Das ist schon eine Weile so», sagt die Filialleiterin. «Da kann man ja recht einfach die Sachen hier klauen», sagt Werner. «Ja» erwidert die Filialleiterin, «das ist auch schon vorgekommen.» – «Und was haben Sie dagegen gemacht?» –  «Ich habe das schon vor drei Wochen dem Bezirksleiter gemeldet, aber der ist noch nicht dazu gekommen.» Folge? Die komplette Hierarchieebene der Bezirksleiter wird gestrichen. Die waren für je 6 bis 9 Filialen zuständig. Auch die darüber stehende Ebene der Gebietsleiter wird aufgelöst. Neu bildet sich die Ebene der Gebietsverantwortlichen. Nicht mehr Leiter, sondern Verantwortliche.

Götz W. Werner: «Die Dialogische Führung war eine Folge davon, das war nicht die Ursache. Der Ausgangspunkt war, dass wir gesagt haben, wir müssen gucken, dass der Filialleiter mehr Eigenverantwortung hat. Die Idee war: wir machen die Kontrollspanne – in Anführungszeichen – so groß, nämlich zwanzig, fünfundzwanzig Filialen, dass ein Gebietsverantwortlicher sich gar nicht so sehr um alle kümmern kann. Dem blieb nichts anderes übrig, als den Filialleiter jetzt zu befähigen, dass er einsteigt in die Aufgaben und viele Dinge selbst entscheidet, dass er mehr an Eigengestaltungskraft, Eigenverantwortung, Selbstentscheidung übernimmt, um überhaupt seine Aufgabe bewältigen zu können. Da haben wir damals eine Matrix gemacht: Anweisung, Empfehlung, Beratung. Commitment könnte man auch sagen. Das Neue war, dass die Anweisungen reduziert wurden auf das gesetzlich Notwendigste. Dass man das Geld abends in die Bank einzahlt ist natürlich keine Empfehlung, ne, ist eine Anweisung. Aber die Empfehlung lässt offen, es besser zu machen im Sinne der örtlichen Verhältnisse. Darum ging es, dass die Adaption unserer Drogeriemarkt Idee – sage ich jetzt mal – individueller, maßgeschneiderter auf die örtliche Situation erfolgt.»

Noch ein Schlüsselerlebnis? Eines Abends, kurz vor Ladenschluss, kommt Götz W. Werner in die Filiale in Pirmasens. Eine längere Autofahrt führte ihn durch die Gegend, er wollte mal reinschauen. Nur noch eine Mitarbeiterin ist da, ganz hinten im Laden steht sie. Werner geht auf sie zu: «Guten Abend, ich bin Götz W. Werner.» – «Ach, Sie sind der Herr Werner.» – «Als was sind Sie bei uns tätig?» – «Oh, ich bin nur geringfügig beschäftigt.» – «Geringfügige Beschäftigung? Kann doch gar nicht sein. Schauen Sie mal, ich komme jetzt als Kunde rein, und Sie stehen vor mir. In dem Moment sind Sie der Chef. Sie sind die wichtigste weil einzige Person, die das hier im Moment repräsentiert. An Ihnen entscheidet sich jetzt – wenn ich Kunde wäre – ob ich sage, da gehe ich nie mehr rein, oder ob ich sage, da will ich immer einkaufen und erzähle es noch meiner Nachbarschaft.»

Was heißt das für Herrn Werner? «Dass einem das deutlich wird: in einem arbeitsteiligen Prozess ist jeder Mensch gleichermaßen unersetzbar wichtig. Diese gefühlsmäßige Erkenntnis – das muss man mit dem Herzen denken – wenn einem das so klar ist aus einem herzlichen Gedanken, dann haben Sie kein Problem mehr mit Dialogischer Führung. Dann haben Sie auch kein Problem mehr, sich als Vorgesetzter vor einem jungen Menschen zu dekuvrieren, der gerade im ersten Lehrjahr ist.» Dekuvrieren heißt aufdecken, dass jeder im Unternehmen alles wissen kann. «Jeder, der in einem arbeitsteiligen Zusammenhang tätig ist – und genau das findet ja überall statt – kann dort nur die Wertschätzung finden, die er braucht, um sich selbst für seine Arbeit zu motivieren, wenn die ganze Gemeinschaft der Meinung ist, dass jeder gleichermaßen wichtig ist.»

Ganzer Text zu:
Wer ist Götz Werner, wie und warum?


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